wissenswertes

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- Babys, die vor der abgeschlossenen 37.Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen und

– weniger als 2.500 Gramm wiegen, gelten als Frühgeborene

– Liegt ihr Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm, gelten sie als sehr untergewichtig

– wiegen sie unter 1.000 Gramm nennt man sie „extreme Frühgeborene“.  

- Sehr kleine Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von ~/< 500 g haben unabhängig von der Reife eine schlechte Überlebenschance. Sie liegt in Deutschland zur Zeit bei etwa 20 bis 30 %.

Bei Frühgeborenen unterscheidetman ferner Babys, die unüblich klein und unüblich leicht für die Schwangerschaftswoche (SSW) sind. Diese nennt man hypotrophe Frühgeborene oder Small-for-gestational-age-Babies (SGA-Babys). Daneben gibt es Frühgeborene, die unüblich groß und unüblich schwer für die Schwangerschaftswoche (SSW) sind. Sie werden als hypertroph bezeichnet.

WAS FRÜHGEBORENE AM LEBEN HÄLT

 

DER INKUBATOR

 

Der Brutkasten, im Fachjargon „Inkubator“ genannt, ist das Basisgerät für die ersten sechs Wochen. Er ahmt die Gebärmutter nach. Bei 37 Grad wird über einen Schlauch die Luft befeuchtet, damit die Frühchen nicht austrocknen. Durch die Öffnungen können Schwestern und Eltern das Kind versorgen. Das liegt in Tücher gekuschelt, die in Wülsten um den Körper drapiert werden, so dass er zu allen Seiten begrenzt wird wie im Bauch der Mutter.

 

 

 

DAS ATEMUNTERSTÜTZUNGSGERÄT

 

Die Betonung liegt auf „Unterstützung“. Die Ärzte in der Charité Mitte sind stolz auf den kleinen Generator, der nach der so genannten „Continuous Positive Airway Pressure“-Methode funktioniert (CPAP) – zu deutsch: kontinuierlich positiver Atemwegsdruck. Bei Frühgeborenen sind die Lungen noch nicht komplett entfaltet, regelmäßige Atemzüge somit nicht möglich. Früher wurden die Kleinen intubiert und künstlich beatmet. Dabei dehnte sich aber die noch unreife Lunge, was bei einigen Frühchen dauerhafte Schäden hinterließ. Mit CPAP läuft das anders. Der Beatmungsschlauch wird über die Nase zugeführt und endet bereits im Rachenraum. Der CPAP-Generator sorgt dafür, dass die Lungen beim Ausatmen nicht ganz zusammenfallen. Er hält Atemwege und Lunge durch den kontinuierlichen Druck offen und leitet angefeuchtete, auf 38 Grad erwärmte Luft zu. So unterstützt er die Atemfunktion nur, den Rest erledigt das Frühgeborene alleine.

 

 

 

DIE MAGENSONDE

 

Der Schlauch, der seitlich in den Mund des Frühgeborenen führt und an der Wange mit einem Pflaster festgeklebt ist, gehört zur Magensonde. Über sie wird Nahrung zugeführt, weil die Kleinen noch nicht gut schlucken. Mehrmals am Tag bekommen sie ein paar Milliliter Muttermilch. Um ihre Saugreflexe zu aktivieren, dürfen sie ab und zu an einem mit Tee befeuchteten Wattestab lutschen.

 

 

 

DIE INFUSIONSPUMPE

 

Frühgeborene bekommen zusätzlich Infusionen mit Aminosäuren-, Zucker-, Eiweiß- und Fettlösungen. Der Beutel baumelt über dem Inkubator, die Lösung wird in einem Schlauch über einen Zugang in Arm oder Kopf geleitet.

 

 

 

DER MONITOR

 

In gezackten Linien zeigt er Herztätigkeit, Sauerstoffsättigung im Blut und Atemfrequenz. Außerdem wird der Blutdruck gemessen. Dazu sind auf dem Körper des Frühgeborenen Elektroden angebracht und eine Leuchtdiode am Fuß. Wenn ein bestimmter Wert unterschritten wird, piept der Monitor – ein Geräusch, vor dem sich Eltern zunächst immer erschrecken. Später wissen sie, dass nur ein schrilles hohes Piepsen Gefahr signalisiert. Zum Beispiel, wenn das Kind im Schlaf vergisst zu atmen. Kurzes Streicheln behebt das aber meistens schnell.

(Auszug vom Tagesspiegel-online 2004) 

 

 

Wie das Frühchen die Welt erlebt

Für ein frühgeborenes Kind kommt auch der Kontakt mit der Außenwelt viel zu früh. Deshalb verhält es sich nicht so, wie man es bei einem Baby erwarten würde. Jedes Frühchen kann (mit gewissen Einschränkungen) schon

* fühlen

* riechen

* sehen

* schmecken

* tasten

Weil der Kontakt mit der sehr komplexen Außenwelt zu früh beginnt, sind die ersten Erfahrungen für das Kleine schmerzhaft. Der Schock, die Schmerzen und der frühe Stress können Auswirkungen auf die spätere seelische und körperliche Entwicklung haben.

 

 

Mütter Frühgeborener sind in den ersten Monaten und Jahren nach der Geburt ihres Kindes ganz besonderen und extremen Lebens- und Belastungssituationen ausgesetzt. Spätestens mit der Geburt des Kindes sehen sich die Eltern des Frühgeborenen, neben der Angst um das Leben des kleinen Erdenbürgers, mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Häufig werden ihnen Entscheidungen im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung und Therapie des Kindes abverlangt, die mit hohen Risiken verbunden sind und deren Tragweite im Vorhinein nicht eingeschätzt werden kann. Nicht selten befinden sich die Eltern in einem Zustand permanenter Überforderung, der von Zukunftssorgen und Schuldgefühlen begleitet ist. Viele andere Bereiche des Familienlebens bleiben auf der Strecke. Geschwisterkinder müssen zugunsten des Frühgeborenen dauerhaft zurückstecken, und den Eltern bleibt wenig Raum für Partnerschaft und berufliche Entwicklung. Neben den dauerhaft körperlichen und psychischen Belastungen führt auch die Vernachlässigung eigener Bedürfnisse, vor allem bei den Müttern, zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die irgendwann von den Betroffenen nicht mehr ignoriert werden können.

 

 

Je früher das Kind geboren ist, desto unreifer sind seine Organe. Erst jenseits der 35. SSW kommen die meisten Organfunktionen regelhaft, ohne größere Probleme und auf normale Weise in Gang. Extrem unreife Kinder, geboren vor der 30. SSW, haben dagegen ein erhebliches Risiko für Komplikationen. Diese Kinder können nicht saugen und sind nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur konstant zu halten.

Winziges Frühchen überlebt

 
Amillia verbrachte weniger als 22 Wochen im Mutterleib. Nach Monaten im Brutkasten darf die Kleine heim. Damit ist sie das jüngste Frühchen, das je überlebt hat.
Nach einer normalen Schwangerschaft wiegen Neugeborene in der Regel das Zehnfache von Amillia
Kaum größer als ein Kugelschreiber war das kleine Mädchen bei seiner Geburt am 24. Oktober. Sie hatte nicht einmal 22 Wochen im Mutterleib verbracht. Die Ärzte gaben dem Minibaby kaum eine Überlebenschance – bislang galten Kinder mit einem Geburtsgewicht von unter 400 Gramm als nicht lebensfähig.

Zudem sei weltweit kein Fall eines Frühgeborenen bekannt, der mit unter 23 Wochen zur Welt kam und überlebte, erklärten Mediziner der University of Iowa, die in der Frühgeborenenpflege weltweit führend ist.
„Fast ein Wunder“

 



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